Digitale Abhängigkeiten – bewusst entscheiden!

Informatiker sind faul. Zumindest, wenn sie wissen, was sie tun. Denn es gilt als ziemlich sinnfrei, Dinge doppelt und dreifach zu machen. Wiederverwendung ist „King“ und das Nutzen externer Schnittstellen, Bibliotheken und Plattformen groß in Mode. Es wird immer mehr „orchestriert“ statt „programmiert“.

All das hat aber auch eine gravierende Kehrseite, die unter Aspekten der digitalen Souveränität immer wieder beleuchtet werden muss. Gerade die aktuelle Gesetzgebung mit NIS2, DORA, CRA, KI-Verordnung, …. adressiert diese digitalen Abhängigkeiten. Und das, was häufig als „bürokratischer Aufwand“ abgekanzelt wird, kann Ihnen unter Umständen den A…. retten.

Denn: was passiert mit Ihrem System, wenn eine API nicht verfügbar ist – wenn eine Bibliothek kompromittiert wurde – wenn eine Infrastruktur-Komponente ausfällt – wenn ein Hersteller seine Lizenzbedingungen ändert – wenn eine Version nicht mehr unterstützt wird?

Auf viele dieser Fragen haben Entwickler, IT-Verantwortliche, Manager keine belastbare Antwort. Und das ist nicht gut. Denn eigentlich gibt es jeden Monat genügend Beispiele dafür, dass irgendwo irgendwas schief geht.

Deshalb ist es wichtig, bei jeder externen Abhängigkeit die Frage zu stellen: „was wäre wenn“. Und dann eine bewusste Entscheidung für oder gegen den Einsatz zu treffen. Ein Plan-B in der Schublade schadet nicht und ist manchmal sogar unerlässlich.

Solche Fragen sind heute wichtiger denn je. Und sie müssen ehrlich und transparent beantwortet und dokumentiert werden. Wir gehen mit jeder Entscheidung Risiken ein, eine perfekte Lösung gibt es nicht. Aber nur wenn wir wissen, wo diese Risiken sind und wie wir sie beherrschbar machen, schaffen wir Vertrauen, Verlässlichkeit, Stabilität und Qualität.

Und dann dürfen Informatiker (und alle anderen) auch gerne wieder faul sein 🙂