… denn sie wissen nicht, was die tun…!

KI hier, Vibe-Coding dort, AI-Orchestratoren, Code-Pipelines, selbsternannte Experten, der beste Prompt überhaupt, ich fass es nicht!

Wenn ich mir den LinkedIn Feed so ansehe, möchte ich manchmal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Scheinbar löst KI bei vielen eine völlig verdrehte Selbsteinschätzung aus, dass man nunmehr ohne Kenntnis, Sinn und Verstand, Entwickler werden könnte. Nur, weil ein Chatbot etwas ausspuckt, das nach Code aussieht. Unfassbar.

Vor allem aber auch…. gefährlich!

An alle Hobby-Entwickler da draußen: nutzt KI, baut kleine, nützliche Apps, macht Vibe-Coding für Prototypen, lernt, probiert aus, seid neugierig und innovativ. Ich feier‘ euch dafür, dass so viele Menschen sich auf einmal mit Software-Entwicklung beschäftigen und teilweise echt coole Apps an den Start bekommen.

Aber – Hände weg von Business-Anwendungen!

Das ist nämlich nochmal eine ganz andere Dimension, die ohne Erfahrung, ohne Quality-Gates (und damit meine ich keine KI-generierten), ohne Strategie und Abgleich mit Unternehmens-Zielen, schnell schiefgehen kann. Der Schaden ist dann enorm, die technischen Schulden erheblich und keine KI wird helfen, das aufzuräumen.

Es gibt eine Menge hervorragender Einsatzgebiete, in denen KI in der Software-Entwicklung super unterstützt. Gute Entwickler wissen das und können das gezielt einsetzen. Zum Glück gibt’s auch hiervon einige Posts, die sehr lesenswert sind. Ich möchte KI in der Entwicklung auch nicht mehr missen, plädiere aber sehr für einen Einsatz mit „Sinn und Verstand“.

Denn Software-Entwicklung ist nicht nur Coding – manchmal sogar nur 20% der Projekt-Aktivitäten. Software Entwicklung ist Strategie, Nutzen, Business, Qualität und Nachhaltigkeit. Daran ändert auch KI nichts – zumindest noch nicht so schnell.

Und an alle, die Angebote von „KI-Experten“ bekommen, dass die bestehende Codebase per Prompt optimiert werden kann, usw. Sehen Sie sich das genau an, machen Sie Pilotprojekte, achten Sie auf Qualität und Nachhaltigkeit und entscheiden Sie dann, ob Sie so eine Optimierung tatsächlich weiter bringt.

Denn es besteht aktuell eine realistische Gefahr, dass die, die Ihnen KI-Lösungen verkaufen wollen, nicht wissen, was sie tun.

#informatikersindcool#immernoch#kimitsinnundverstand

Wir sind hier mal wieder in einer Phase, in der sich die Spreu erst noch vom Weizen trennen muss. Fast so wie früher, als Web-Entwickler gegen den „Sohn des Nachbarn in der 6. Klasse“ ankämpfen mussten, weil der ja schließlich auch schon was mit HTML gemacht hat….